Über die Vereinbarkeit von Ehrenamt und Beruf

kai-hemsteeg_41_b_webIn der Regel finden Sitzungen von politischen Gremien und kommunalen Aufsichtsgremien zu Zeiten statt, die die Teilnahme unmöglich für Berufstätige machen. Sehr beliebt sind die Zeiten um 10 oder 11 Uhr sowie im frühen Nachmittagsbereich.

Kai Hemsteeg, Mitglied der Fraktion der RVR-Piraten sowie der Fraktion der PARTEI-Piraten im Rat der Stadt Essen, geht diese gängige Praxis gegen den Strich. Er fragt sich, ob dies nicht dazu führt, dass überwiegend Personen politische Entscheidungen treffen, die ihren Lebensunterhalt hauptsächlich über die Arbeit in Parteien und Fraktionen verdingen. Mangelt es diesen Personen nicht an Erfahrung und Kenntnis der „normalen“ Arbeitswelt? Diese Erfahrungen und Kenntnisse sind bei Sachentscheidungen in politischen Gremien jedoch durchaus wichtig und tragen zu einer ausgewogenen Vielfalt bei.

Als Mitglied des Verwaltungsbeirats des Revierparks Nienhausen hat er daher an eben diesen appelliert, dass in der kommenden Sitzung darüber abgestimmt wird, ob die Sitzungen auch künftig um 9 Uhr morgens stattfinden werden oder ob die Sitzungszeit nicht arbeitnehmerfreundlich verschoben werden kann. Denn eine Freistellung von der Arbeit ist oftmals nicht mit den Pflichten dem Arbeitgeber und auch einem selbst gegenüber zu vereinbaren.

Wie ist Eure Meinung dazu? Sollten sich die so genannten „Feierabendpolitiker“ freinehmen beziehungsweise freigestellt werden, um mittags an Sitzungen teilnehmen zu können oder sollten die Sitzungen in der Freizeit sprich am späten Nachmittag oder Abend stattfinden?