Schlagabtausch im Ruhrparlament

Viele Stadträte und Kreistage im Ruhrparlament beraten derzeit die Ausrufung eines Klimanotstands. Die Städte Bochum, Marl und Gladbeck haben haben im Ruhrgebiet bereits entsprechende Beschlüsse gefasst, in Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Witten und weiteren steht die Debatte darüber unmittelbar bevor. Die Ausrufung des Klimanotstands ist international eine zentrale Forderung von Fridays for Future. Mit Frankreich ist ihr in dieser Woche ein großes Europäisches Land nachgekommen.

Niemand soll beunruhigt werden

Nun also das Ruhrparlament. Was sofort auffällt: Der Antrag von CDU, SPD und Grünen meidet das Wort „Klimanotstand“ und trägt stattdessen den Titel „Klimaoffensive.RUHR“. Sicher auch ein guter Antragstitel. Allerdings sprach die SPD-Fraktionsvorsitzende Martina Schmück-Glock in ihrer Antragsbegründung davon, dass man die Menschen nicht beunruhigen und keine keine Angst machen wolle.

Dies veranlasste Dirk Pullem, Fraktionsvorsitzender der Piraten im RVR, dazu, das Wort zu ergreifen:

Portraitfoto von Dirk Pullem

Dirk Pullem

Mir geht der Antrag nicht weit genug. Wir haben längst einen Klimanotstand und drastische Änderungen sind notwendig! Angst ist in diesem Fall faktenbasiert und gerechtfertigt. Sie ist eine starke Triebfeder, damit die Menschen tatsächlich bereit sind, ihr Leben klimafreundlicher zu gestalten!

Widerspruch kam vom Vorsitzenden des Ruhrparlaments, CDU-Mann Josef Hovenjürgen:

Es ist nicht unsere Aufgabe als Politik, den Menschen Angst zu machen! Angst führt zu irrationalen Handlungen. Und wohin das führt, haben wir in den letzten Tagen gesehen!

CDU schürt selbst Ängste in der Bevölkerung – aus politischem Kalkül

Dies konnte wiederum Dirk Pullem so nicht stehen lassen:

Angst vor Terrorismus, Angst vor Flüchtlingen, Angst vor dem Darknet, Angst vor einem Blackout ohne Braunkohle und Atomstrom, … die CDU ist sonst ganz groß darin, ihre politischen Ziele durch das Schüren irrationaler Ängste in der Bevölkerung zu verfolgen. Beim Klimaschutz wird dagegen beschwichtigt. Es soll bloß niemand beunruhigt werden, obwohl es in diesem Fall die Wissenschaft ist, die eindringlich warnt!

Greta Thunberg: I want you to panic!

Wir müssen dringend ins Handeln kommen!

Selbstverständlich haben auch die Piraten für den eingebrachten Antrag gestimmt, auch wenn sie sich einen größeren Schritt in Richtung mehr Klimaschutz gewünscht hätten.

Die Piraten werden nun genau kontrollieren, was sich im Ruhrgebiet in Sachen Klimaschutz tatsächlich bessert. Wir werden nicht zulassen, dass die guten Vorsätze für mehr Klimaschutz im Hinterzimmer noch weiter aufgeweicht werden. Papier ist geduldig – wir müssen dringend ins Handeln kommen!

, so Dirk Pullem abschließend.


3 Kommentare

Ulrich Huperz · 29. 06. 2019 um 22:01

Ich bezweifle nicht den Klimawandel und wir Menschen müssen was dagegen unternehmen, jeder nach seinen Möglichkeiten. ich bin jedoch inzwischen Klima-Skeptiker geworden. Kreuzfahrten und Container-Schiffe blasen mehr heraus als alle Autos/LKW. Flugzeuge mit ihrem Dreck geben den entscheidenden Rest dazu. Ein einziger von vielen Vulkanausbrüchen speit hauptsächlich Unmengen von Co2 in die Luft. Nichts zu tun wäre falsch. Aber egal was wir machen, und wenn alle Autos, alle LKWs und der gesamte Hausbrand in Deutschland verboten würden, so ließe sich wenig erreichen. Die Einflüsse der Natur bleiben. Ich sehe diese jedoch von den meisten?? Wissenschaftlern nicht berücksichtigt. Wer sind übrigens die Zigtausende Wissenschaftler? Kommen sie alle genau aus den entsprechenden Wissenschaften? Ich hasse das Wort ‚Alle‘ ohne definierten zu können wer Alle sind. Nicht alle Faktoren fließen ein. Sonnenwind, andere Schadstoffe, Feinstaub aus der Sahara und von Pollenflug, usw. Wissenschaftlich ist es mir inzwischen zu ungenau. Seit 1860 sind hunderte bei Vulkanausbrüchen über 300000 Menschen direkt oder indirekt gestorben. Bei dem heißen Wetter sterben tausende in Deutschland. Einmal liegt es am Feinstaub, dann am Co2, dann an NOX, dann an was auch immer gerade modern ist. Jeder nutzt Statistiken AUSZUGSWEISE für seine Zwecke.

Flickenteppich beim Klimanotstand – RVR-Piraten · 12. 07. 2019 um 21:51

[…] „Papier ist geduldig – wir müssen dringend ins Handeln kommen! Wir haben längst einen Klimanotstand und drastische Änderungen sind notwendig! ” so Fraktionsvorsitzender der Piratenpartei im Regionalverband Ruhr, Dirk Pullem. […]

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