Von der Laufmaschine zum E-Bike: Happy Birthday, Fahrrad!

Auf den Tag 200 Jahre ist es her, da legte Karl Freiherr von Dreis mit seiner neuen Erfindung, der Laufmaschine, eine Strecke von knapp 14 km in einer Geschwindigkeit von 15 km/h zurück. Von da an trat die nach ihm benannte Draisine einen Siegeszug sondergleichen an: das Zweirad bekam Pedale verpasst, erst vorne, dann hinten, es wurde größer, kleiner und vor allen Dingen immer beliebter. Schon Ende des 19. Jahrhunderts radelten zahlreiche Arbeiter auf ihm zur Fabrik, machten Briefträger mit ihm ihre Arbeit, sahen Sportbegeisterte ihn ihm einen treuen Begleiter. Das Fahrrad, das bereits da schon seine uns bekannte Form hatte, war aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken. Bis das Auto für immer mehr Menschen bezahlbarer wurde.

Mit den 60ern verkam das Fahrrad zu einem Gegenstad der Freizeit und des Tourismus, nur komische Kauze nutzten es als Fortbewegungsmittel. Auch die Straßenplaner dachten das Rad nicht mehr mit. Doch dies ändert sich glücklicherweise seit den 90ern langsam und nun immer schneller. Damals konnte die Dreis’sche Erfindung einschlagen, weil Hungersnöte die Unterhaltung eines Pferdes, bislang gängiges Transportmittel, zu einem kostspieligen Unterfangen machten. Heute haben immer weniger Menschen Lust auf von Blechkisten verstopfte Straßen, Abgase und horrende Benzinpreise.

Wenn jedoch immer mehr Menschen wieder in die Pedale treten (wollen), müssen auch die Straßen das Mehr an Radfahrern berücksichtigen. Eine Umfrage des BMUB zum Umweltbewusstsein der Deutschen ergab 2014, dass 82%, bei 14- bis 17-Jährigen sogar 92%, sich eine Stadt wünschen, die für Fußgänger und Radfahrer geplant ist, sodass ein Auto gar nicht mehr notwendig ist. Mit dem Ausbau der Radwege im Ruhrgebiet und der Planung des ersten Radschnellweges in Deutschland befinden wir uns auf einem guten Weg dorthin. Wichtig dabei ist wirklich: Die 60er, 70er und 80er sind schon lange vorbei. Fahrrad ist nicht nur Freizeit, sondern vor allen Dingen ein Fortbewegungsmittel für den Alltag, insbesondere seit dem Erfolg der E-Bikes. Wir RVR-Piraten setzen uns daher dafür ein, dass das Straßennetz konsequent für Alltagsradler geplant wird.

Dem Fahrrad wünschen wir auf seinem weiteren Weg alles Gute und viel Erfolg!