Nochmal Sorry, Ruhrgebiet!

Blödes Logo – alter Spruch

Für die RVR-Piraten sind 10 Millionen Euro in einer Standortmarketingkampagne falsch platziert. Die Pläne über das weitere Vorgehen der Kampagne, was insbesondere Slogan, Logo und Kommunikation beinhaltet, sind im Wirtschaftsausschuss (27. Juni) mit einer einzigen Gegenstimme aus der Fraktion der Piratenpartei durchgewunken worden. Die Standortmarketingkampagne versteht sich als internationale Wirtschaftskampagne, die Investoren aus In- und Ausland in das Ruhrgebiet ziehen soll. Sie kostet in den kommenden drei Jahren 10 Millionen Euro.

Die RVR-Piraten halten es für falsch, dass 10 Millionen Euro für eine Imagekampagne in die Hand genommen werden, um Werbung für ein Ruhrgebiet zu machen, dem es in den Bereichen wie Bildung, Soziales, Infrastruktur an vielem mangelt. Warum übernehmen nicht die Wirtschaftsförderungen in den Kommunen sowie die Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr in optimierter Kooperation die Aufgabe, Investoren ins Ruhrgebiet zu ziehen? Warum ist es noch immer nicht möglich, dass die Wirtschaftsförderungen kooperativ für ein gemeinsames Ruhegebiet arbeiten, statt sich gegenseitig auszuspielen? Warum, fragen sich die RVR-Piraten weiter, bedarf es unbedingt eines (wenig innovativen) neuen Logos, eines alten Slogans und Werbetexte, die z.B. in dem Vergleich Ruhrgebiet – New York eine unfreiwillige Komik transportieren? Muss das Ruhrgebiet überhaupt mit New York, Hamburg konkurrieren oder kann sich das Ruhrgebiet nicht einfach für seine Menschen einen eigenen, gesunden Weg erarbeiten?

Dirk Pullem, Fraktionsvorsitzender der RVR-Piraten: „Natürlich brauchen wir Investoren im Ruhrgebiet für mehr Innovationen. Dafür wäre es jedoch besser, die noch immer schlechten Strukturen des Ruhrgebiets zu verbessern als Geld in eine Imagekampagne zu stecken, die dem maroden Haus Ruhrgebiet nur einen neuen Anstrich verpasst. Dies käme sowohl dem Industriestandort Ruhrgebiet als auch dem Lebensort Ruhrgebiet zu Gute.“

Um sich eine bessere Vorstellung machen zu können, wie viel 10 Millionen für die Kommunen im Ruhrgebiet bedeutet, seien hier ein paar Zahlen genannt: Die Stadt Essen, ihres Zeichens mit über einer halben Millionen Einwohner die zweitgrößte Stadt im Ruhrgebiet, wendet für Soziale Einrichtungen sowie Jugendarbeitseinrichtungen jeweils ca. 10 Millionen Euro auf. Für Förderschulen etwas weniger, für den ÖPNV etwas mehr. Bochum könnte mit 10 Millionen Euro seine Aufwendungen für zwei Jahre VHS oder fast zwei Jahre Stadtbücherei decken.

Natürlich ist es schwierig Zahlen gegeneinander aufzurechnen, doch steht für die RVR-Piraten fest, dass die 10 Millionen Euro in einer fragwürdigen Imagekampagne definitiv falsch investiert sind.