„Utopie“ Mobilität im Ruhrgebiet

So stellen wir RVR-Piraten uns Mobilität im Ruhrgebiet vor: Um von A nach B zu kommen, benötigen wir kein eigenes Auto mehr, zu keiner Uhrzeit und auf keiner Strecke. Stattdessen können wir über eine App einsehen, dass wir ohne Probleme von Witten Annen-Nord aus in Bochum Gerthe mit einem Mix aus ÖPNV, Leihrad, CarSharing ankommen können, und das um 22:38 Uhr. Mit einem umlagefinanzierten ticketlosen Nahverkehr. Hört sich für manche nach Utopie an, ist aber wichtig, wenn wir die Umwelt entlasten, dem Verkehrskollaps entgehen und Mobilität für alle Menschen ermöglichen möchten.

Erste Schritte zur „Utopie“

Es gibt im Regionalverband Ruhr erste Schritte hin zu dieser „Utopie“. Das Verleihsystem nextbike, bei uns bekannt unter metropolradruhr, stellt seit 2010 in einigen Kommunen des Ruhrgebiets Räder zur Verfügung. Und es wird seit seinem Start beliebter. Für Freizeit, Einkäufe und Pendeln. Die Universitäten des Ruhrgebiets sowie einige Stadtverwaltungen haben Kooperationen mit nextbike abgeschlossen, um Vergünstigungen anzubieten (siehe Anlage). Auch Inhaber eines Abo-Tickets der einzelnen Verkehrsbetriebe wie Ruhrbahn oder Bogestra fahren die ersten 30 Minuten kostenlos.[1] Die App der Ruhrbahn gibt bei der Fahrplanauskunft neuerdings sogar Kombinationsmöglichkeiten mit den Leihrädern an.[2] Die „Utopie“ scheint näher zu rücken.

Notwendige Schritte zur „Utopie“

Doch es gibt noch viele Baustellen, an denen gearbeitet werden muss, sagen wir RVR-Piraten. So sehr wir es schätzen, dass ÖPNV und Leihräder zusammenwachsen, so sehr kritisieren, dass beispielsweise das Schokoticket von der Abo-Regelung ausgenommen ist. Besonders junge Menschen treten dem motorisierten Individualverkehr (MIV) immer skeptischer gegenüber. Das Leihrad muss weiter in den ÖPNV eingebunden werden und sollte auch als Teil des öffentlichen Nahverkehrs betrachtet werden. Wir müssen uns bewusst machen, dass das Leihrad den gleichen Nutzen wie Bus und Bahn erfüllt.

Und dies stellt uns vor das große Problem des metropolradruhrs in den nächsten Jahren: die Finanzierung. Wie Bus und Bahn kann sich das Leihrad nicht allein aus den Verleihmieten und leider auch nicht aus der Vermietung der Werbeflächen finanzieren, geschweige denn sind Investitionen in neue Räder möglich. Leihräder brauchen eine gesicherte Finanzierung. Die Stadt Hamburg beispielsweise übernimmt die Finanzierung.[3] In anderen Ländern gibt es Modelle der kompletten Einbindung in den ÖPNV oder aber Konzerne übernehmen das komplette Sponsoring (z.B. die Santander Bikes in London).

Im Ruhrgebiet müssen daher die Kommunen ein städteübergreifendes Konzept erarbeiten, wie sie in die Leihräder investieren wollen, um das für die Region wichtige Angebot der vielseitigen Mobilität zu erhalten und auszubauen. Leihräder sind kein nettes Gimmick, kein Luxus, sondern eine Selbstverständlichkeit in einer modernen, lebenswerten Metropole.

[1] http://www.metropolradruhr.de/de/partner/

[2] https://www.youtube.com/watch?v=785e1v_iwXU

[3] https://nationaler-radverkehrsplan.de/de/praxis/stadtrad-hamburg