GroKo außerhalb der echten Lebenswelt

RVR-Piraten möchten alle Menschen miteinbeziehen

Von Inclusion Europe – http://www.inclusion-europe.org, Logo, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=5951934

Die RVR-Piraten begrüßen, dass die Große Koalition ihren Antrag zur Leichten Sprache aufnimmt, kritisieren jedoch, dass sich die Planung der GroKo nicht an die Lebenswelt der Menschen im Ruhrgebiet richtet. Die RVR-Piraten haben für die Sitzung des Ruhrparlaments am 7. April beantragt, dass der Regionalverband Flyer über den Radschnellweg Ruhr in Leichter Sprache veröffentlicht, damit auch Menschen mit Lern-Schwierigkeiten Informationen über den RS1 selbstbestimmt erfassen können. Die GroKo dagegen hat kurzfristig die Änderung eingebracht, dass stattdessen eine Imagebroschüre in Leichter Sprache verfasst wird, der über den RVR im Allgemeinen informieren soll.

Die GroKo begründet ihr Vorgehen damit, dass die Planung des RS1 noch nicht abgeschlossen sei, die Arbeit des RVR angesichts der bevorstehenden Wahl des Ruhrparlaments 2020 in den Vordergrund gerückt werden müsse.

Die RVR-Piraten bedauern, dass für die GroKo der Wahlkampf wichtiger ist als ein greifbares Projekt, von dem alle Menschen unmittelbar profitieren werden. Darüber hinaus sind Teilstücke des RS1 bereits fertiggestellt. Dieses neue und wichtige Element der (Nah-)Mobilität im Ruhrgebiet können alle Menschen, auch diejenigen mit Lern-Schwierigkeiten und Fluchterfahrung, jetzt schon nutzen und sie sollten sich auch jetzt schon und nicht erst im Nachgang darüber informieren können.

„Wir freuen uns, dass sich die GroKo auf unseren Antrag hin endlich mit der Bedeutung der Leichten Sprache beschäftigt und damit auch die Menschen mit Lern-Schwierigkeiten berücksichtigt. Aber warum wählt sie ein abstraktes Thema mit Wahlkampfgedanken statt den RS1, der ganz direkt die Menschen im Ruhrgebiet etwas angeht? Wir hoffen dennoch, dass es nicht bei einer Imagebroschüre bleiben wird und Leichte Sprache für den RVR in Zukunft selbstverständlich wird“, so Dirk Pullem, Fraktionsvorsitzender der Piratenpartei im RVR.

Die Leichte Sprache ermöglicht im Sinne der Barrierefreiheit, dass auch Menschen mit Lern-Schwierigkeiten und Menschen, die nicht so gut lesen oder gut Deutsch sprechen können, Inhalte selbstbestimmt erfassen können. Leichte Sprache muss vorgegebene Kriterien erfüllen. Texte in Leichter Sprache werden von Menschen der Zielgruppe überprüft und erhalten dann das offizielle Zeichen für Leichte Sprache. Weitere Informationen zum Thema gibt das BMAS und das Netzwerk Leichte Sprache.