Maßnahmen und Maßnähmchen gegen Luftschadstoffe

Die Luft in den deutschen Innenstädten ist schlecht. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) sieht zwar einen Trend, dass sich die Luftschadstoffwerte über die Jahre verbessern, bemerkt jedoch kaum eine wesentliche Verbesserung bei den Stickstoffdioxidwerten.[1] Nicht erst mit dem Fingerklaps aus Brüssel wird daher in Bund, Ländern und Kommunen über Möglichkeiten diskutiert, wie die Luft in den Innenstädten wieder sauberer werden kann: Dieselfahrverbote, aber auch City Trees[2] – das sind vier Meter hohe Mooswände – und photokatalytische Pflastersteine[3] stehen mehr oder weniger umstritten zur Debatte.

Wie wir bereits im Beitrag zum Dieselfahrverbot angemerkt haben, halten wir RVR-Piraten nichts von Hauruck-Aktionen und oberflächlicher Schadensbegrenzung, sondern möchten ein umfassendes und langfristiges Konzept in den Kommunen, dass über verbesserte Luftqualität die Lebensqualität in den Städten steigert. Wir hatten uns in dem Beitrag besonders auf den Aspekt der Mobilität konzentriert.[4]

Grüne Dächer für das Ruhrgebiet…

Ein weiterer Aspekt für eine verbesserte Luft- und Lebensqualität kann eine flächendeckende Dachbegrünung sein. Begrünte Dächer sind in den vergangenen Jahren aus mehreren Gründen nicht nur in Deutschland populärer geworden: Es ist nämlich eine einfache Rechnung, dass mehr Grün mehr Staub und Schadstoffe filtert. Zur Verbesserung der Luftqualität kommt hinzu, dass die Pflanzen das Regenwasser speichern und so die Kanalisation entlastet wird.[5] Schließlich hinterlassen urbane Sturzfluten und Starkregen jedes Jahr Schäden.[6] Dass wir mit grünen Dächern auch wieder mehr Lebensraum für andere Lebenswesen als uns selbst bieten, erklärt sich von selbst.

Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat nun zusammen mit der Emschergenossenschaft ein Gründachkataster für das Ruhrgebiet erstellen lassen.[7] Jeder Mensch im Ruhrgebiet kann über die online bereitgestellte Karte prüfen, ob das Dach des eigenen Wohnsitzes, der Garage, des Vereinsheims etc. geeignet ist für eine Begrünung und auch einsehen, wie viel Schadstoffe über diese bestimmte Grünfläche gefiltert werden können.

Berechnungen für das Gebäude des RVR in der Kronprinzenstr. 6, Essen

 

… auf dem Weg zur Wirklichkeit?

Wir RVR-Piraten begrüßen, dass der RVR über das Kataster den Schritt zur Dachbegrünung erleichtert. Jedoch brauchen wir weitere Maßnahmen, damit die Dächer des Ruhrgebiets auch tatsächlich grüner werden. Auch wenn einige Kommunen im Ruhrgebiet schon an Konzepten für eine verpflichtende Begrünung von neuen Flachdächern arbeiten wie zum Beispiel Dortmund, Essen und Gelsenkirchen mit dem Arbeitskreis „Dachbegrünung im Revier“[8], sind die Fördermöglichkeiten noch zu eingeschränkt. Auch sollten die Kommunen mit gutem Beispiel voran gehen und alle öffentlichen Gebäude begrünen, die dies zulassen, und sich nicht nur auf Flachdächer beschränken.

Und trotz allem gilt für die RVR-Piraten natürlich, dass die Dachbegrünung nur ein notwendiger weiterer Baustein für mehr Grün, Luft- und Lebensqualität in den Kommunen sein kann, jedoch keine Alternative zu ausgewiesenen Grünflächen sein darf.

 

[1]https://www.lanuv.nrw.de/fileadmin/lanuv/luft/immissionen/ber_trend/Bericht_ueber_die_Luftqualitaet_im_Jahr_2016.pdf, S. 2 [Stand 16.03.2018]

[2] https://greencitysolutions.de/nutzen/#section2. [Stand 16.03.2018]

[3] https://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2010/08/saubere-luft-durch-pflastersteine.html [Stand 16.03.2018]

[4] http://www.rvr-piraten.de/wp/kann-das-dieselfahrverbot-die-loesung-sein/ [Stand 16.03.2018]

[5] https://www.lifeverde.de/nachhaltigkeitsmagazin/gesellschaft/dachbegruenung-ist-voll-im-trend [Stand 16.03.2018]

[6] http://www.urbanesturzfluten.de/ [Stand 16.03.2018]

[7] http://www.metropoleruhr.de/regionalverband-ruhr/umwelt-freiraum/klima/klimaanpassung/startseite-gruendachkataster.html [Stand 16.03.2018]

[8]https://dosys01.digistadtdo.de/dosys/gremrech.nsf/(embAttOrg)/522D68725FE0FC18C1258146003E6254/$FILE/Anlagen.pdf?OpenElement [Stand 16.03.2018]