Ein Rückblick zur Podiumsdiskussion „Bus und Bahn im Ruhrgebiet“ im Grammatikoff

Podiumsdiskussion_BlogbildAm Donnerstag, den 27. Oktober, diskutierten Experten und Interessierte im Duisburger Grammatikoff über die Probleme und mögliche Lösungen des Nahverkehrs im Ruhrgebiet. Zu Beginn der Veranstaltungen stellten der Landtagsabgeordnete der Piraten, Oliver Bayer, die stellvertretende Vorsitzende vom BUND NRW, Kerstin Ciesla, stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates des VRRs, Frank Heidenreich, ihre Positionen zum ÖPNV vor.

Oliver Beyer vertrat das Konzept „fahrscheinfrei“. Das Konzept sieht vor, auf den konventionellen Ticketverkauf zugunsten eines solidarisch finanzierten Bürgertickets, ähnlich dem Semesterticket, zu verzichten und so den Nahverkehr für mehr Menschen attraktiv, da bezahlbar, zu machen.

Frank Heidenreich konnte diesem Konzept nicht folgen und verwies auf Beispiele, in denen fahrscheinfreier Nahverkehr von Menschen ausgenutzt wurde, die lediglich aus Spaß in Bus und Bahn sprangen und so die Kapazitäten sprengten. Seiner Meinung nach soll der Nahverkehr attraktiver werden über Echtzeitdaten und offene Kartendienste, die den Nutzern aufzeigen, wie sie mit welchen Verkehrsmitteln am schnellsten von A nach B kommen.

Kerstin Ciesla betonte die Bedeutung eines attraktiven Nahverkehrs, um die Lebensqualität in den Städten zu erhöhen. Ein gestärkter ÖPNV verringert das Aufkommen von motorisiertem Individualverkehr und damit auch die Luftverschmutzung, die nachweislich schon längst gesundheitsgefährdend in den Städten des Ruhrgebiets ist.

Auch wenn die drei Teilnehmer der Podiumsdiskussion unterschiedliche Schwerpunkte legen und Lösungsansätze verfolgen, ist ihnen doch gemein, dass der Nahverkehr für mehr Menschen eine echte Alternative werden muss. Die Ausweitung des Angebotes, eine bessere Verknüpfung des Nahverkehrs unter den einzelnen Kommunen sowie Lösungen für einen reibungslosen Ablauf bei der Kombination von Nahverkehr und Fahrrad oder anderen Verkehrsmitteln sehen alle drei als wichtige Ansätze bei der Umsetzung des Ziels an.

Auch die anschließende Diskussion mit den rund 20 Gästen der Podiumsdiskussion entwickelte sich erfreulich lebhaft und konstruktiv. Es standen weniger persönliche Befindlichkeiten im Sinne von „Ich möchte aber, dass meine Linie XY im 10 Minuten-Takt fährt“ im Vordergrund als vielmehr ein echtes Interesse, den Nahverkehr im gesamten VRR-Gebiet plus angrenzender Gebiete zu verbessern.

Am Ende der Veranstaltung konnten alle Besucher den Schluss ziehen, dass der Nahverkehr zu wichtig ist, als dass man ihn nicht gemeinsam, vorurteilsfrei und über Parteigrenzen hinweg anpacken muss. Ein schönes Schlusswort lieferte dazu Kerstin Ciesla: „Die politischen Vertreter in den Kommunen und im RVR sollten sich einmal vornehmen, ausschließlich mit dem ÖPNV zu ihrer Sitzung zu fahren.“ Dem Verständnis für die Probleme des Nahverkehrs und damit auch dem lösungsorientierten Denken wäre dies definitiv dienlich.

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